Der Entschluss zum Aufbruch
Wie ich bereits in einem vorherigen Artikel erwähnt habe, begleitet mich seit Langem das Kribbeln einer Weltreise in meinen Fingerspitzen – die Frage, wie es wohl wäre, sich den Normen zu entziehen und dem ewigen Streben nach Reputation für eine gewisse Zeit keine Beachtung mehr zu schenken.
Nach jenem einschneidenden Umbruch, der meinen ganzen Werdegang seit dem 18ten Lebensjahr noch einmal auf den Prüfstand stellt und der mir die Möglichkeit geben soll, kritisch in mich hineinzuhorchen. Um mich ausschließlich darauf zu fokussieren, herauszufinden, wer ich heute bin, woran ich Freude empfinde, was mich erfüllt. Denn eines ist mir klar: Ich bin schon lange nicht mehr der naive Jugendliche, der einst die Entscheidung über seinen Werdegang treffen musste.
Ein ausschlaggebender Moment für diesen Entschluss war mein 30. Geburtstag, den ich in der vergangenen Woche (ausgehend von der Veröffentlichung dieses Beitrags) gefeiert habe, sowie ein zehnjähriges ABI-Treffen meiner damaligen Klassenkameraden. Denn um ehrlich zu sein: Ich habe mich schon lange nicht mehr so deplatziert in meiner eigenen Lebensrealität gefühlt wie an diesem Tag. Nicht, weil ich gesellschaftlichen Druck verspürt hätte, nun ebenfalls Kinder zu bekommen oder Häuser zu bauen. Sondern weil mir in diesem Moment bewusst wurde, dass ich für mich selbst noch so viel mehr möchte.
Als untrügbarer Optimist überschlagen sich meine Worte und Gedanken bis heute, wenn ich vom Reisen und von all den Erlebnissen spreche, die ich mir für mich noch wünsche. Voller Energie und Ambitionen könnte ich stundenlang über diese Themen philosophieren – und tue das auch ganz bewusst so, dass klar wird, dass ich hier nicht vor Träumen spreche, sondern ein Realisierungsbeschluss dahintersteckt.
Dem gegenüber stand eine spürbare Zurückhaltung meiner ehemaligen Klassenkameraden. Gut gemeinte Ratschläge machten mir deutlich, dass ich mich mit einer Lebensrealität abfinden sollte, die sich mit der von über 80 % der deutschen Bevölkerung deckt. Hallo Bausparvertrag, passives Investieren und ein Fulltime-Job, der einmal im Jahr den Mallorca-Urlaub finanziert.
So sehr ich dieses Modell respektiere und das gut gemeinte Angebot zu schätzen weiß – für mich fühlt es sich nicht stimmig an. Und deshalb muss ich an dieser Stelle ehrlich sein: Nein danke, liebes Schicksal. Nicht für mich!
Vielleicht hilft ein kurzer Rückblick auf mein bisheriges Leben, um diesen Gedanken besser einzuordnen.
Direkt vorweg: Ich hatte großes Glück, für das ich kaum dankbarer sein könnte. Ich bin in einem außergewöhnlichen Elternhaus aufgewachsen und durfte eine Kindheit erleben, wie ich sie jedem Menschen wünsche. Die Liebe und Sicherheit meines Elternhauses ermöglichten es mir früh, mich zu entdecken, Risiken einzugehen und zu wachsen – ohne die Angst, dass ein Schritt aus meiner Komfortzone mich sofort in meine Schranken weisen würde. Und selbst wenn, war ich mir des Rückhalts meiner Familie immer sicher.
Besonders bewusst wurde mir das bei der Entscheidung, nicht nur das Abitur zu machen, sondern als erster meiner Familie auch ein Studium zu beginnen. Für meine Eltern wie für mich war das ein großes Unbekanntes. Umso wertvoller war ihr Vertrauen – ebenso wie ihre Unterstützung in Phasen, die mehr als nur eine moderate Anstrengung von mir erforderten.
Nicht zuletzt gab mir genau das die Kraft, ein Auslandssemester in den USA zu absolvieren, selbstständiger zu werden und meiner Leidenschaft für das Reisen in ferne Länder nachzugehen.
Zurück in Deutschland folgten weitere Semester, erfolgreiche Praktika bei namhaften Unternehmen, der Abschluss und schließlich der Einstieg in eines dieser Unternehmen – später begleitet von mehreren Jobwechseln auf der Karriereleiter.
Rückblickend war es ein intensiver Weg – und ich wiederhole es gern: Ich fühle mich als großer „Glückspilz“, heute dort zu stehen, wo ich bin. Ja, es war immer mein Anspruch, „die Extrameile zu gehen“, aber ebenso war es Glück, das mir zur richtigen Zeit die richtigen Türen geöffnet und mich zu den richtigen Menschen geführt hat.
Ich betrachte diesen Weg mit Dankbarkeit – und mit der Hoffnung, dass es vielleicht ein Funke Karma ist, der mir hierher verholfen hat. Denn ich bin stets bemüht, dort, wo ich kann, Gutes zu tun, und mag den Gedanken, dass die Welt an manchen Stellen etwas zurückgibt.
Mit 30 Jahren kann ich heute stolz zurückblicken, in der Überzeugung, mit den Karten, die mir das Leben zugespielt hat, mein Bestes gegeben zu haben – zumindest mit Blick auf meine Karriere und persönliche Entwicklung. Ich bin dankbar für den Menschen, der ich bis hierher werden durfte, und zugleich voller Erwartung dessen, was ich noch werden kann.
Die großen Einschnitte und Veränderungen in meinem Leben haben mich immer wieder davon überzeugt, dass neue Erfahrungen mein Leben bereichert haben. Sie waren der Spiegel meines Innersten und haben mir gezeigt, welcher Mensch ich bin. Und ich bin noch nicht fertig damit, mich bewusst in neue, fremde Situationen außerhalb meiner Komfortzone zu bringen, um mich selbst besser zu verstehen.
Die Weltreise, die ich nun für mich starten möchte, soll genau diesen Punkt markieren: dankbar zurückzuschauen und mir zugleich die Freiheit zu erlauben, mich weiterzuentwickeln. Und auch wenn es kitschig klingen mag – mit jedem Tag, an dem die Reise näher rückt, werde ich mir sicherer, diesen Schritt gehen zu wollen. Weil ich überzeugt bin, auf dieser Reise nicht nur der Welt, sondern auch mir selbst ein Stück näher zu kommen.
Ich hoffe, dieser besonders persönliche Einblick in mein Leben hat dir gefallen und freue mich über deinen Kommentar, wenn du dir mehr solcher Beiträge wünschst.
Mit besten Grüßen, Nick
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