Eine Stimme für die beste Version von Dir

Auf meinem noch jungen Weg, auf dem Abenteuer, die beste Version von mir zu finden, bin ich einmal der These begegnet, dass wir mit allem, was wir tun – oder auch bewusst nicht tun – eine Entscheidung darüber treffen, wer wir sind. Seitdem fesselt mich dieser Gedanke und gibt mir eine neue Perspektive, meinen Alltag zu reflektieren. Ich betrachte mein Handeln nicht mehr nur als eine willkürliche Aneinanderreihung einzelner Entscheidungen, sondern vielmehr als Stimmen für unterschiedliche Versionen meiner selbst, die mich durch ebenjene Handlungen bestätigen.

Es mag in der Theorie etwas plakativ klingen, ist in der Praxis aber erstaunlich einfach. Nehmen wir als Beispiel eine Trainingseinheit: Mit jedem erfolgreich durchgeführten und schweißtreibenden Workout bestätige ich mich darin, ein sportlicher Mensch zu sein. Nicht, weil ich es mir vornehme oder mir selbst zuspreche, sondern schlicht dadurch, dass ich es tue. Genauso ist es mit jeder Stunde, in der ich mich bewusst hinsetze, um in einem der Bücher zu lesen, die gerade mein Interesse geweckt haben, oder über die Dinge zu schreiben, die mich aktuell bewegen. In diesen Momenten bestätige ich mich darin, ein Mensch zu sein, der Wert auf Kreativität, Weiterentwicklung und Reflexion legt. Über Wochen, Monate und Jahre sammeln sich diese Stimmen an und ergeben ein Bild davon, wer ich bin – nicht in der Theorie, in der ich mir die edelsten Wesenszüge und besten Absichten zuschreibe, sondern heraus aus der Praxis und den echten Resultaten meines Handelns.

Dieser Gedanke hilft mir auch dabei, mich nicht in einer klassischen Entweder-oder-Logik zu verlieren. Denn ich brauche nicht jede einzelne Stimme für einen Wesenszug meines Charakters, um mich glaubwürdig als diese Person wahrzunehmen. Es reicht, wenn ein klares Übergewicht in eine bestimmte Richtung zeigt. Es wird immer Tage geben, an denen ich mich nicht nach einem Training fühle oder keine Lust habe, ein Buch aufzuschlagen. Tage, an denen ich mich zurücklehne und mich von Netflix berieseln lasse. Auch das sind Stimmen – Stimmen für Komfort, vielleicht auch für Bequemlichkeit.

Wenn ich jedoch das Gesamtbild betrachte und sehe, dass diese vereinzelten Stimmen einer Vielzahl anderer gegenüberstehen, die zeigen, dass ich mich regelmäßig bewege, an mir arbeite und bewusst mit mir umgehe, dann verlieren sie an Bedeutung. Dann muss ich mir selbst nichts mehr beweisen, weil mein Verhalten über die Zeit hinweg für sich spricht. Eine einzelne Abweichung ändert nichts an dem Bild, das sich durch all die anderen Stimmen aufgebaut hat.

Nicht nur im Umgang mit mir selbst verhilft mir dieses Bild zu einer klareren Sicht auf mich und mein Handeln, sondern auch in meiner Arbeit und im sozialen Miteinander. Wenn ich in regelmäßigen Abständen Freunde oder Verwandte anrufe, einfach um mich zu erkundigen, wie es ihnen geht, dann ist auch das eine Stimme. Ich erwarte nichts daraus, aber es gibt mir ein gutes Gefühl und bestätigt mich darin, jemand zu sein, dem seine Mitmenschen wichtig sind und der sich kümmert.

Es ist eine sehr bewusste Art, auf das eigene Handeln zu schauen, und genau dadurch wird mir klar, dass ich selbst Einfluss darauf habe, welche Version von mir im Alltag immer wieder gestärkt wird und zu der ich mich Stück für Stück entwickle.

Hier ein kleiner Tipp, um dieses Prinzip noch gezielter für Dich zu nutzen: Nimm Dir an einem freien Tag ein paar ruhige Minuten. Setze Dich ungestört hin und denke darüber nach, wie die beste Version von Dir heute und in Zukunft aussieht. Immer wenn Dir ein klarer Gedanke begegnet, schreibe ihn auf. Sammle Eigenschaften, Tagesroutinen oder konkrete Verhaltensweisen, um ein möglichst klares Bild davon zu bekommen, wie Deine beste Version von Dir aussieht.

Wenn die Gedanken ruhiger werden und Du ein klares Bild skizziert hast, schau es Dir an und hinterfrage, wie groß die Kluft zwischen dem Jetzt und dieser Version von Dir ist. Wo bist Du ihr bereits sehr nah, und wo darfst Du noch nachschärfen? Sei kritisch und versuche, Ausflüchte zu vermeiden, denn das ist wichtig für Dich und Deine weitere Entwicklung, um wirklich den Schritt nach vorne machen zu können, den Du Dir wünschst.

Dann nimm Dir die ersten Punkte heraus, bei denen die Lücke zwischen Deinem heutigen Ich und Deiner besten Version am größten klafft. Wiederhole diese Punkte so lange, bis Du das Gefühl hast, sie im Alltag nicht zu vergessen. Nimm sie mit und hinterfrage Dich heute und in den kommenden Tagen immer wieder in Deinem Handeln, wie Du eine positive Stimme für diese Version von Dir sammeln kannst, und mache die ersten Schritte.

Möchtest Du zum Beispiel sozialer oder geselliger sein, sprich anderen ein Kompliment aus. Das erfordert am Anfang große Überwindung, wird aber schon bald deutlich leichter, wenn Du merkst, dass Du Dich Schritt für Schritt auf die Person zubewegst, die Du in Deinem Innersten wirklich sein möchtest. Wenn Du in Deinem Job vorankommen möchtest, momentan aber sehr unsicher bist, beginne damit, Deine Kollegen mit ihrem Vornamen zu grüßen. Das klingt banal, entfaltet aber auf Dauer ein großes Potenzial und schafft Dir ein starkes Netzwerk. Oder wenn Du Dich gesünder ernähren möchtest und nicht weißt, wo Du starten sollst, beginne am Vortag damit, Dir eine Paprika zu schneiden, die Du bei einem kleinen Hunger essen kannst. Damit versorgst Du Dich nicht nur mit rund 140 mg Vitamin C – was übrigens knapp siebenmal so viel ist wie bei einem Apfel –, sondern stimmst ganz beiläufig dafür ab, ein Mensch zu sein, der auf seine Gesundheit achtet.

In genau diesem Moment hast Du eine weitere Stimme für Deine beste Version von Dir abgegeben. Über Tage und Wochen sammeln sich diese Stimmen an, oft unauffällig, aber dennoch wirkungsvoll. Bis Du eines Tages feststellst, dass Du nicht mehr nur dabei bist, diese Version von Dir anzustreben, sondern sie bereits lebst. Damit wird dieser Gedanke für Dich zu mehr als einer bloßen Beobachtung – er ist zu einem Mantra geworden, das Dich aktiv dabei unterstützt, Dich in die Person zu entwickeln, die Du sein möchtest.

In einem anderen Artikel habe ich bereits erwähnt, dass ich mich gerne dafür belohne, wenn ich bewusst eine Stimme für meine beste Version abgegeben habe. So lege ich mir beispielsweise für jede absolvierte Trainingseinheit vier Euro auf ein separates Sparkonto, um mir – wenn genug zusammengekommen ist – neue Sportkleidung zu leisten. Auf diese Weise werden meine Stimmen für ein fitteres und gesünderes Ich sichtbar, und ich erkenne sehr ehrlich, wie konsequent ich in letzter Zeit gewesen bin oder ob ich vielleicht weniger getan habe, als ich gedacht habe.

Das Ganze lässt sich natürlich auch auf andere Arten umsetzen, etwa durch Gewohnheitstracking oder kleine Markierungen im Kalender. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass mir gerade dieses bewusste Wahrnehmen und Sichtbar machen meiner Stimmen sehr dabei geholfen hat, als Person zu wachsen. Dafür gibt es die verschiedensten Arte, daher würde ich vorschlagen, Du probierst Dich aus, bis du die für dich passende Variante des Trackings gefunden hast. Zum Ende findest du, als kleine Orientierung, noch ein paar Auszüge, wie Gewohnheitstracking sich in meinen Alltag integriert hat.

Mit besten Absichten, Nick Steegmann.

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